Aktuell

Auf dieser Seite erhalten Sie aktuelle Informationen über Veranstaltungen in der Großregion SAAR LOR LUX, die uns unabhängig von unseren eigenen Veranstaltungen erwähnenswert erscheinen:

 

 

11.12.2017, 18 Uhr

Europa gegen die Juden 1880-1945

Der Holocaust ist nicht allein aus der deutschen Geschichte heraus erklärbar. Sowohl in West- als auch in Osteuropa hatte die Judenfeindschaft seit 1880 sprunghaft zugenommen. Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt Götz Aly, wie Rivalität und Neid, Diskriminierung und Pogrome vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für Deportationen und Morde zu bereiten.

Deutsche stellten die technischen Mittel bereit und einen erheblichen Teil des Personals. Sie stützten ihre Politik der Ausgrenzung und Vernichtung auf die starken und in den zurückliegenden Jahrzehnten immer stärker gewordenen Wünsche, die Juden irgendwie loszuwerden. Ohne die vielen arbeitsteilig helfenden Einheimischen in den von Deutschland besetzten und mit Deutschland verbündeten Ländern, ohne die dort mitwirkenden Verwaltungsbeamten, Polizisten, Journalisten und Politiker hätte sich das Projekt „Endlösung“ nicht mit atemberaubender Geschwindigkeit verwirklichen lassen.

Referent:

 

Dr. Götz Haydar Aly

geb. 1947, studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. Er arbeitete für die taz, die Berliner Zeitung und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis und 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Zuletzt veröffentlichte er „Warum die Juden? Warum die Deutschen? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933“ (2011), „Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Blick zurück“ (2008), „Fromms. Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel“ (mit Michael Sontheimer 2007), „Volkes Stimme. Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus“ (mit Frankfurter Studenten 2006) und „Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus“ (2005). Er gehörte bis 2010 zu den Begründern und Herausgebern der Quellenedition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“.

 

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12.12.2017, 18 Uhr

Versuch über den Politiker und Privatmann Willy Brandt

Mit anderen Augen

Willy Brandts ältester Sohn Peter erinnert sich an seinen Vater als Politiker und Privatmann, der noch in den 1980er-Jahren eine der umstrittensten Persönlichkeiten in Deutschland war. Und er schreibt über das „liebevolle, aber nicht ganz einfache Verhältnis zweier sperriger Menschen“. Peter Brandt verbindet die familieninterne Sicht mit dem analytischen Blick des Historikers. So entstand zum 100. Geburtstag von Willy Brandt am 18. Dezember 2013 keine Biografie im herkömmlichen Sinne, sondern ein Essay, der Privates und Politisches gemeinsam deutet und bislang weniger bekannte Züge dieser Jahrhundertgestalt mit kritischer Zuneigung herausarbeitet.

Referent:

© FernUniversität in Hagen

Prof. Dr. Peter Brandt

geb. 1948 in Berlin. Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 1973 Promotion mit einer Studie über den Wiederaufbau der deutschen Arbeiterbewegung 1945-46 am Beispiel der Stadt Bremen. 1988 Habilitation mit einer Untersuchung über die Vor- und Frühgeschichte der Deutschen Burschenschaft im frühen 19. Jahrhundert. Von 1989 bis 2014 Professor für Neuere deutsche und europäische Geschichte an der FernUniversität in Hagen, dort seit 2003 Direktor des interdisziplinären Dimitris-Tsatsos-Instituts für europäische Verfassungswissenschaften. Diverse Ehrenämter, u.a. im Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung und als Mitglied der Deutsch-Russischen Historikerkommission, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Diverse Buch- und Zeitschriftenpublikationen zu Themen der deutschen und europäischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Neben der wissenschaftlichen Arbeit politische Publizistik und Bemühen um niveauvolle Popularisierung historischer Themen in Schrift und Wort. Herausgeber des Online-Magazins Globkult

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Wir haben die Ehre, das diesjährige künstlerische „per annum“ für die Wintringer Kapelle gestalten zu dürfen, 
und laden Sie und Euch herzlich an diesen ganz besonderen Ort ein zur Eröffnung von

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Liquid Penguin:
SCHRITTE  STILLE
Klanginstallation für den Kulturort Wintringer Kapelle
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Sonntag [2. Advent], 10. Dezember 2017 um 16 Uhr
Am Wintringer Hof 7, 66271 Kleinblittersdorf [Anfahrt]
Der KulturOrt Wintringer Kapelle befindet sich an der Landstraße zwischen Kleinblittersdorf und Bliesransbach 
auf dem historischen Teil des Wintringer Hofes.
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Einführung Peter Michael Lupp | Klangprobe Katharina Bihler und Stefan Scheib
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Das Landgasthaus des Wintringer Hofes ist geöffnet und bietet ein Adventsfeuer mit Punsch zum Aufwärmen an.
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SCHRITTE  STILLE

Jemand kommt, jemand geht. Jemand bleibt. 
Seit dem Mittelalter ist die Kapelle auf dem Wintringer Hof ein Halte- oder Orientierungspunkt im verzweigten Netz des Jakobswegs, das über die Jahrhunderte hinweg von wandernden und pilgernden Menschen in die geistige und geografische Topografie Europas eingraviert worden ist. Darauf nimmt unsere für diesen Ort entwickelte Klanginstallation Bezug.
In der Mehrkanal-Installation arbeiten wir mit dem hörbaren Aspekt des Wanderns, Pilgerns, Gehens. Sie komponiert Tonaufnahmen von Schritten, die sich im Raum der Kapelle bewegen, ihn weiten: Jemand kommt, jemand geht, jemand geht vorbei. Entfernte Schritte nähern sich, werden deutlich, betreten den Raum, sind nah am Hörenden und halten dann inne: Eine Stille tritt ein, die Anwesenheit bedeutet. 
Die Texte in einer komplementären Kopfhörerinstallation greifen die Perspektive dessen auf, der auf dem Weg ist. Unter dessen Füßen Pfade entstehen, die Punkte miteinander verbinden, Flächen teilen. 
Einer hinterlässt Spuren im Gelände, ein anderer folgt.

Die Texte sind in deutscher und französischer Sprache zu hören.

Konzeption/Entwicklung: Stefan Scheib und Katharina Bihler
Klang: Stefan Scheib, Text/Stimme: Katharina Bihler
Übersetzung ins Französische/Stimme: Élodie Brochier

 

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EINMISCHUNG ERWÜNSCHT Heinrich Böll (1917-1985)

Eine Ausstellung der Heinrich Böll Stiftung vom 6. bis 16. Januar 2018 in der Politischen Akademie

Am 21. Dezember 2017 ist Heinrich Bölls hundertster Geburtstag. Seit seinem Tod im Jahre 1985 hat es in Deutschland keinen vergleichbaren öffentlichen Intellektuellen mehr gegeben. Böll war unbequem und legte sich mit der politischen Linken wie der Rechten an, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit der Presse. Er setzte sich für Flüchtlinge aus Vietnam ein und für Dissidenten in Osteuropa. Er war Humanist, aber kein Moralist, und überzeugt, dass "Sprache, Liebe, Gebundenheit den Menschen zum Menschen machen". In der Ausstellung wird an einen großen Künstler und Intellektuellen erinnert, der aktueller ist als man glauben mag. Denn, so der Autor, "Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben."

 

 

Die Ausstellungseröffnung ist am Freitag, den 5. Januar 2018, um 18:00 Uhr.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Verena Paul
Email vp@sdsaar.de